Leasing

[14.07.2016]

Mittlerweile wird fast jeder vierte Neuwagen über Leasing finanziert; ohne Leasing würden die Autoproduzenten ca.20 Prozent weniger Neuwagen verkaufen, wird geschätzt. Aber was für ein Unternehmen sinnvoll ist - die Leasingraten werden als Betriebsausgaben abgesetzt - lohnt sich für Privatkunden nur recht selten. Auch wenn die monatliche Rate im ersten Anschein niedriger erscheint als die Rückzahlung für eine entsprechende Finanzierung via Kredit, ist dies meist nur zum Teil richtig: Unterm Strich ist ein geleastes Auto fast immer teurer als ein über Kredit finanziertes. Wenn Sie das Auto über einen Ratenkredit finanziert haben, gehört es anschließend Ihnen. Nach Ablauf des Leasing-Vertrags gehört es Ihnen jedoch nicht oder noch nicht. Sie durften es bis dato nur benutzen. Mit Ihren monatlichen Zahlungen finanzieren Sie: die Aufwendungen des Leasing-Unternehmens, den Anschaffungspreis, Kosten für Finanzierung und Verwaltung - und nicht zuletzt den Gewinn des Leasing-Unternehmens. Betriebskosten und Reparaturen müssen Sie ebenfalls bezahlen; außerdem tragen Sie alle Risiken bis hin zum Totalverlust.
Ihre Zahlungsverpflichtungen beginnen mit der Mietsonderzahlung (Anzahlung) bei Vertragsabschluss, in der Regel 10 bis 35 Prozent des Kaufpreises, dann folgen die monatlichen Leasing-Raten. Am Ende der Vertragszeit ist dann noch eine Abschlusszahlung fällig, der kalkulatorische Restwert des Fahrzeugs. Theoretisch (und damit argumentieren die Leasing-Unternehmen gerne) geben Sie das Fahrzeug einfach zurück oder können es zu diesem Restwert kaufen. Egal wie, den vereinbarten Betrag müssen Sie auf alle Fälle begleichen. Hat das Auto einen geringeren Wert als vereinbart, wird die Differenz in bar fällig.
Ein weiteres Übel ist die fehlende Transparenz der Angebote. Viele Leasing-Unternehmen drücken sich um die Angabe des Effektivzinses oder berechnen ihn nach dem Listenpreis des Fahrzeugs. Andere geben ihren Einkaufsrabatt an den Kunden weiter; dadurch reduziert sich das Finanzierungsvolum und Sie zahlen trotz eines höheren Effektivzinses real weniger. Um die Leasing-Raten möglichst niedrig zu halten, rechnen die Leasing-Gesellschaften nicht den ganzen Anschaffungspreis in die Raten hinein, sondern reduzieren ihn um den Wert, den das Auto nach Ablauf des Vertrags voraussichtlich noch hat. Entspricht das Leasing-Objekt bei Vertragsende diesem Wert, ist es gut. Meistens aber übersteigt dieser vertraglich festgelegte kalkulatorische Restwert beträchtlich den tatsächlichen Wert, und dann müssen Sie die Differenz zahlen. Das Fatale ist, dass die meisten Kunden glauben, der Restwert werde ihnen garantiert. Richtig ist das Gegenteil: Der Kunde garantiert der Leasing-Gesellschaft die Zahlung des Restwerts, unabhängig davon, was der Wagen tatsächlich wert ist. Und so gibt es oft gewaltige Abstriche. Je niedriger der Gebrauchtwert des Wagens, umso besser für die Leasing-Firma. Gutachter, die diese niedrigen Werte testieren, finden sich leider immer.
Viel besser ist es, wenn der Leasing-Geber einen möglichst niedrigen Restwert einkalkuliert. Das führt allerdings dazu, dass die monatlichen Leasing-Raten höher sind, möglicherweise sogar über den Raten eines Kreditvertrags liegen. Bei Vertragsende drohen Ihnen dann aber keine hohen Nachzahlungen, im Gegenteil: Unter Umständen ergibt sich sogar ein Mehrerlös, den Sie dann für die Sonderzahlung eines neuen Wagens verwenden können. (weitere Infos zu Leasing)