Bundesregierung kündigt Förderung von Elektroautos an

Elektromobilität: neues E-Kennzeichen soll Kaufanreize bieten

[05.10.2015] Ratgeber | al

Elektroautos sind im Kommen. Im Jahr 2014 stieg der Absatz von E-Mobilen global um mehr als 60 Prozent. Die Autonation Deutschland liegt bei diesem Trend jedoch bestenfalls im Mittelfeld. Größtes Absatzhindernis sind die hohen Anschaffungskosten und eine unzureichende Versorgung mit E-Tankstellen. Um den Markt anzukurbeln, hat die Bundesregierung nun zusätzliche Förderungen für Elektroautos angekündigt. Verkehrsminister Alexander Dobrindt hält an seinem ehrgeizigen Ziel fest: Bis 2020 sollen in Deutschland eine Million Elektroautos auf der Straße sein.

Tesla Model S
Elektroautos wie das Tesla Model S zählen auf Deutschlands Straßen weiterhin zu den Exoten, Foto: Tesla

Norwegen macht vor wie es geht

Dass es funktionieren kann, die klimafreundliche E-Mobilität mit gezielten Anreizen und Investitionen zu fördern, machen Länder wie Norwegen vor. Allein 2014 gingen in dem kleinen Land 20.000 neue Elektroautos auf die Straße, in Deutschland sind es insgesamt erst rund 25.000. Auch Frankreich, Großbritannien und die Niederlande liegen damit im europäischen Vergleich deutlich vor Deutschland; insgesamt belegt Europa Platz zwei hinter den USA.

Investitionen in Infrastruktur und Innovationen

Deutschland hat Nachholbedarf in Sachen umweltfreundlicher Mobilität. Die Bundesregierung hat daher angekündigt, im kommenden Jahr die Investitionen in diesen Bereich zu erhöhen. Zwischen 2016 und 2018 sollen 161 Millionen Euro in alternative Antriebstechniken wie Wasserstoff und Brennstoffzellentechnik investiert und neue Stellen im Bereich Mechatronik geschaffen werden, um die Forschung voranzutreiben. Auch die Infrastruktur für Elektroautos soll ausgebaut werden, bis 2017 will Verkehrsminister Dobrindt das Tankstellennetz mit 400 neuen Schnellladesäulen verstärken.

E-Kennzeichen geplant

Zudem sind im Rahmen des Elektromobilitätsgesetzes weitere Förderinstrumente im Gespräch, die Elektroautos attraktiver machen sollen. So könnten Elektroautos bald ein eigenes Nummernschild mit einem „E“ im Kennzeichen bekommen, um zusätzliche Kaufanreize zu bieten. Neben einer Befreiung von der Kfz-Steuer sollen Fahrzeuge mit dem E-Kennzeichen im Verkehr privilegiert werden. In welcher Form muss allerdings kommunal entschieden werden. Die rechtliche Grundlage dafür hat die Bundesregierung bereits vor einem Jahr geschaffen. Seither können Kommunen z.B. ihre Busspuren für Elektroautos öffnen und diesen kostenloses Parken gestatten.

Merkel verspricht Entscheidung bis Jahresende

Bei der Eröffnung der 66. Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main bekräftigte Angela Merkel die Pläne des Verkehrsministeriums: „Die Vorstellungen in der Bundesregierung gehen auseinander, was das beste Instrument ist. Aber wir werden noch in diesem Jahr entscheiden", so die CDU-Politikerin. Die diesjährige IAA widmet Elektroautos sowie selbstfahrenden Fahrzeugen einen eigenen Schwerpunkt. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat in der Vergangenheit immer wieder die Forderung wiederholt, die Bundesregierung müsse sich stärker an den Investitionskosten in die E-Mobilität beteiligen. Branchenintern halten viele das hochgesteckte Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 für nicht mehr realisierbar. Es bleibt abzuwarten, welche konkreten Fördermittel die Bundesregierung zu Jahresende vorstellen wird.