Der tote Winkel

Gefahren durch den toten Winkel

[29.04.2016] Ratgeber | gl

Der tote Winkel trägt seinen Namen nicht ohne Grund: EU-weit kostet die gefürchtete Einschränkung des Sichtfeldes jedes Jahr rund 400 Menschen das Leben. Daher warnen Verkehrssicherheitsexperten regelmäßig vor den Gefahren und weisen auf die richtigen Verhaltensweisen hin.

Der tote Winkel
Besondere Gefahr durch den toten Winkel besteht für Radfahrer, Foto: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V. / Gerhard Zerbes und DVR

Gefahren durch den toten Winkel

Die Gefahr des toten Winkels besteht darin, dass ein überholendes Fahrzeug kurzfristig aus dem Blickfeld des Fahrers verschwindet. Der nicht einsehbare Bereich existiert sowohl auf der linken wie auf der rechten Fahrzeugseite. Durch einen Spurwechsel oder unaufmerksames Abbiegen kann es schnell zu risikoreichen Situationen kommen, wenn sich ein anderer Verkehrsteilnehmer in diesem Bereich befindet. Besondere Gefahr besteht für Motorradfahrer, Radfahrer oder Fußgänger, deren Verletzungsrisiko im Falle einer Kollision besonders hoch ist. Daher empfehlen Experten, sich z.B. an der Ampel oder Kreuzungen nicht unnötig nicht sichtbaren Bereich aufzuhalten, sondern sich mit dem Zweirad oder als Fußgänger gut sichtbar zu positionieren.

Hilfsmittel gegen den toten Winkel

Zwar sind heutzutage bereits viele Neuwagen mit Assistenzsystemen wie dem Toter-Winkel-Warner ausgestattet, dennoch ist die Zahl derartiger Fahrzeuge noch immer zu gering um von einem flächendeckenden Standard sprechen zu können. Immerhin verfügen zahlreiche Fahrzeuge heute über sogenannte Toter-Winkel-Spiegel, also Seitenspiegel mit asphärischen Gläsern, die den toten Winkel deutlich verkleinern. Große Fahrzeuge wie Omnibusse oder LKW verfügen zusätzlich über Nahbereichs- und Weitwinkelspiegel, jedoch sollte man sich nicht ausschließlich auf diese Hilfsmittel verlassen. Denn nicht immer sind diese richtig eingestellt. Zudem kann ein nicht sichtbarer Bereich nicht immer gänzlich ausgeschlossen werden.

So stellen Sie die Rückspiegel optimal ein

Um eine bestmögliche Sicht auf den rückwärtigen Verkehr gewährleisten zu können, muss die Einstellung der Rückspiegel regelmäßig überprüft werden. Die optimale Justierung erreichen Sie, in dem sie von einer aufrechten Sitzposition ausgehen, bei der der Kopf an der Kopfstütze anliegt. Richten Sie nun die Spiegel so aus, dass das eigene Fahrzeug gerade noch am inneren Rand des Spiegelglases zu sehen ist. Der Rückspiegel im Cockpit muss zudem die komplette Heckscheibe zeigen. Auf diese Weise haben sie das umgebende Verkehrsgeschehen am besten im Blick.

Schulterblick beim Spurwechsel

Die wichtigste Sicherheitsmaßnahme, um Unfällen durch den toten Winkel vorzubeugen, ist allen Autofahrern aus der Fahrschule bekannt - wird jedoch allzu häufig aus Bequemlichkeit vernachlässigt: der Schulterblick. Dabei kann dieser Blick die Gefahren deutlich minimieren und sollte daher bei keinem Überhol- und Abbiegemanöver fehlen. Nur durch den Schulterblick können andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig wahrgenommen und Kollisionen vermieden werden. Übrigens: rücksichtsloses Abbiegen mit Gefährdung von anderen Verkehrsteilnehmern kann mit einem Bußgeld bestraft werden - auch wenn dabei niemand zu Schaden kommt.