Richtiges Verhalten bei Aquaplaning

Erhöhte Gefahr von Aquaplaning

[07.11.2013] Ratgeber | gl

Vor allem an verregneten Herbsttagen steigt das Unfallrisiko im Straßenverkehr. Aufgrund der Tatsache, dass bei schlechtem Wetter deutlich mehr Personen lieber mit dem eigenen Pkw zur Arbeit fahren, als die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, steigt das Risiko eines Verkehrsunfalls laut Angaben der Polizei um das Zwei- bis Vierfache. Als Hauptrisikofaktor bei Regenwetter gilt neben der schlechten Sicht vor allem Aquaplaning. Wir erklären, wie sie sich bei Aquaplaning richtig verhalten.

Aquaplaning
Bei erhöhten Niederschlägen steigt die Gefahr von Aquaplaning, Foto: © Christian Müller

Was ist Aquaplaning?

Als Aquaplaning wird das sogenannte Aufschwimmen des Autoreifens bezeichnet. Dieser Umstand kommt zustande, wenn der Reifen auf nasser Fahrbahn auf einen Wasserfilm trifft und das Wasser nicht in ausreichendem Maße verdrängt werden kann. In diesem Fall kann sich das Wasser wie ein Keil unter die Rollfläche schieben, was zum Verlust der Bodenhaftung führt. Dadurch werden Lenkung und Bremsmöglichkeiten gehemmt und das Fahrzeug kann ins Schleudern geraten. Einflussfaktoren für das Entstehen von Aquaplaning sind u.a. die Fahrgeschwindigkeit, die Höhe des Wasserfilms, die Beschaffenheit der Fahrbahn, die Profiltiefe der Reifen, das Fahrzeuggewicht sowie der Reifendruck.

Wie reagiert man bei Aquaplaning richtig? Bei Aquaplaning reagieren viele Autofahrer instinktiv falsch: sie versuchen das Fahrzeug durch hektische Lenkbewegungen wieder in den Griff zu bekommen, was sich allerdings negativ auf die Stabilität auswirkt und das Auto ins Schleudern bringen kann.

Wenn die Reifen die Bodenhaftung verlieren, empfiehlt es sich, besonnen zu reagieren. Kräftiges Bremsen ist zu vermeiden. Die Lenkung sollte gerade gehalten werden. Gehen Sie langsam vom Gaspedal und treten Sie die Kupplung durch, um die Geschwindigkeit zu vermindern. Heftige Lenkbewegungen sollten Sie unterlassen um nicht mit eingeschlagenen Reifen auf den Wasserfilm zu treffen. In diesem Fall kann das Fahrzeug unkontrolliert ausbrechen, sobald die Reifen wieder Grip haben. Sofern Sie im dichten Verkehr eine Vollbremsung hinlegen müssen, empfiehlt sich eine pumpende Bremsbewegung, damit die Räder nicht blockieren und ein vollständiger Kontaktverlust zur Fahrbahn vermieden wird.

Grundsätzlich sollte bei Aquaplaninggefahr die Geschwindigkeit angepasst werden. Schon bei 80 km/h müssen die Autoreifen bis zu 25 Liter Wasser pro Sekunde ableiten. Das können diese allerdings nur leisten, sofern die Profiltiefe mindestens 8 Millimetern beträgt. Bei Reifen mit einer Profiltiefe von nur noch drei Millimetern, verlieren die Pneus schon bei 68 km/h die Bodenhaftung. Daher ist ein ausreichendes Reifenprofil an allen vier Autoreifen besonders relevant für die Sicherheit. Zudem sollten Sie regelmäßig den Reifendruck prüfen und ggf. korrekt einstellen.

Wie erkennt man Risiko-Stellen für Aquaplaning?

Umso höher der Wasserfilm auf der Straße, desto größer ist die Gefahr von Aquaplaning. Daher sollten Sie bei großen Niederschlägen vor allem auf Spurrillen auf der Straße achten, in denen sich das Wasser sammelt. Große Pfützen sollten sie - wenn möglich - vorsichtig umfahren oder zumindest langsam durchfahren. An Schaumbildung auf der Straße erkennen Sie zudem einen ggf. auftretenden Schmierfilm, der die Gefahr zusätzlich erhöht.