Schulwegtraining für Schulanfänger

So kommen Kinder sicher zur Schule

[03.09.2015] Ratgeber | gl

Der Straßenverkehr in Deutschland bleibt ein gefährliches Pflaster. Zwar geht die Unfallbilanz laut Statistischem Bundesamt stetig zurück, dennoch kommt es alljährlich zu Hundertausenden Verkehrsunfällen. Eine besondere Gefahrengruppe bilden dabei Kinder, vor allem solche, die als Schülerinnen und Schüler zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Schulbus unterwegs sind. Noch immer verunglücken jedes Jahr rund 30.000 Kinder auf dem Schulweg. Daher sollten Eltern einige Ratschläge beherzigen.

Schulweg auswählen und mit Kindern üben

Schulanf?nger
Eltern sollten Ihre Kinder auf dem Schulweg anfangs begleiten und auf Gefahrenpotentiale aufmerksam machen, Foto: DVR

Um die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr zu erhöhen, ist es sinnvoll, den entsprechenden Weg zu üben. Eltern sollten sich vorab für eine möglichst sichere Strecke entscheiden und diese anschließend gemeinsam mit den Kleinen abgehen. Bei der Auswahl des Schulwegs sollte in jedem Fall bedacht werden, dass der kürzeste Weg nicht unbedingt der Beste ist. Sofern ein kleiner Umweg durch eine verkehrsberuhigte Nebenstraße führt, sollte dieser in Kauf genommen werden, um z.B. vielbefahrene Hauptstraßen zu meiden.

Auf Gefahrenstellen hinweisen

Auf dem Schulweg sollten die Kinder eindringlich auf potentielle Gefahrenstellen hingewiesen werden. Dabei sollte den Kleinen verständlich gemacht werden, dass Fahrzeuge nicht adhoc reagieren und bremsen können und das daher vorausschauendes Verhalten im Verkehr notwendig ist. Situationen wie das Warten an Ampeln oder das richtige Überqueren von Straßen etc. sollte gemeinsam einstudiert werden. Die Polizei trainiert das richtige Verhalten auf dem Schulweg jedes Jahr mit Schulanfängern. Alleine auf diese Verkehrserziehung sollten sich die Eltern jedoch nicht verlassen.

Schulanfänger begleiten

Vor allem Schulanfänger sollten in den ersten sechs Monaten dauerhaft auf dem Schulweg begleitet werden. Bei Kindern in diesem Alter ist die Wahrnehmungsfähigkeit noch nicht voll ausgeprägt, so dass sie sich erst an die neuen Gegebenheiten gewöhnen müssen. Zudem reagieren sie oft spontan auf äußere Reize und stürmen gerne mal los, ohne auf andere Verkehrsteilnehmer zu achten. Damit eine schnelle Orientierung im Straßenverkehr gelingt, sollten Eltern die Kinder langfristig also begleiten und immer wieder auf Gefahren hinweisen. Zusätzlich hilft Kleidung, die in hellen Farben gehalten ist und auf der zusätzlich Reflektoren aufgebracht sind. Ergänzend können auch Signalkappen und Warnwesten getragen werden.

Ausreichend Zeit einplanen

Eine wichtige Gefahrenquelle im Verkehr ist Stress. Das gilt für Autofahrer wie auch für Kinder. Müssen sich Schulkinder zum Beispiel besonders beeilen, um pünktlich zum Unterricht zu erscheinen, bleibt mitunter die Aufmerksamkeit auf der Strecke, was zu Unfällen führen kann. Daher sollte ein ausreichend großes Zeitpolster für den Schulweg eingeplant werden und Stress und Hektik vermieden werden.

Grundsätzlich gilt für alle Verkehrsteilnehmer: Bitte seien Sie im Umfeld von Schulen besonders aufmerksam und bremsbereit. Zudem sollten Sie sich unbedingt an das vorgeschriebene Tempolimit halten. Vor allem im Herbst und Winter kann es aufgrund der schwierigen Lichtverhältnisse zu plötzlichen Gefahrensituationen kommen.