Carsharing
Quelle: Sergey Nivens

Carsharing

Carsharing - die preisbewusste Alternative zum eigenen Auto

[16.09.2014] | al

Hohe Benzinpreise und Parkplatzprobleme schrecken immer mehr Autofahrer vom eigenen PKW ab. Wer nicht auf den öffentlichen Nahverkehr ausweichen kann oder nur selten ein Auto braucht, beispielsweise für den Wocheneinkauf, der ist mit dem Mobilitätskonzept Carsharing gut beraten. Das Konzept ist einfach: spezialisierte Dienstleister oder Privatpersonen stellen ihre Fahrzeuge zur Verfügung. Diese können dann gegen Zahlung einer kleinen Gebühr von anderen Autofahrern tage- oder stundenweise genutzt werden. Das garantiert eine günstige und flexibler Mobilität auch ohne ein eigenes Auto.

Carsharing anhand eines praxisnahen Beispiels

Eine Person in Berlin möchte mit zwei Freunden innerstädtisch von A (Zuhause in Berlin-Mitte) nach B (Geburtstagsfeier in Zehlendorf) fahren. Da unsere drei Personen neben ihren platzraubenden Geschenken auch noch eine Geburtstagstore transportieren wollen und alle kein eigenes Auto besitzen, wird ein günstiger Mietwagen gesucht. Im Internet finden sie verschiedene Anbieter, die sich auf Autovermietung spezialisiert haben und lokale und überregionale Dienstleister auflisten. Da ein klassischer Mietwagen nicht für nur eine Fahrt zu buchen ist, melden Sie sich gegen eine geringe Gebühr bei einem Carsharing-Anbieter an, der eine Station mit zahlreichen freien Fahrzeugen in direkter Nachbarschaft betreibt. Mit diesem Anbieter wird durch die Anmeldung auf dem Carsharing-Portal ein Rahmenvertrag geschlossen, der Haftungsfragen, Kosten etc. regelt.

Im Anschluss können alle zur Verfügung stehenden Fahrzeuge des Anbieters genutzt werden. Die Buchung erfolgt über das Internet oder telefonisch. Zugang zum Fahrzeug erhält man meist über eine elektronische Zugangskarte, die man an der Station des Carsharing-Anbieters erhält und dann unbegrenzt nutzen kann. Manche Anbieter setzen auch auf die elektronische Freigabe via Smartphone.

Da Carsharing in der Regel dezentral organisiert ist, muss das Fahrzeug nach zurückgelegter Strecke nicht wie beim klassischen Mietwagen, an der gleichen Autovermietung zurückgegeben werden. Carsharing bietet hier deutliche Vorteile hinsichtlich der Flexibilität. Entsprechende Autos können in der Regel an einem beliebigen Parkplatz oder in einem Parkhaus kostenlos abgestellt werden. Die Rückführung übernimmt der Anbeiter - oder der nächste Carsharing-Kunde.

Verfügbarkeit in Deutschland

CarSharing: Wachstum der Nutzerzahlen
CarSharing: Wachstum der Nutzerzahlen von 1997 bis 2012, Quelle: Bundesverband CarSharing e.V.

Flächendeckend ist das Carsharing in Deutschland zwar noch nicht verfügbar, Ballungszentren und Großstädte sind aber bereits heute gut abgedeckt. Offizielle Zahlen des Bundesverband CarSharing sprechen von 343 Städten und Gemeinden in Deutschland, in denen stationsbasierte CarSharing-Angebote genutzt werden können. An 3.250 Stationen stehen über 6.700 Fahrzeuge zur Verfügung. Und die Angebote werden stetig weiter ausgbaut. Allein im Jahr 2012 verzeichnete die Branche ein Wachstum von fast 20 Prozent. Über 453.000 Autofahrer nutzen in Deutschland bereits das Mobilitätskonzept CarSharing - Tendenz deutlich steigend!

In kleinere Orten sind CarSharing-Anbieter bislang weniger vertreten, da die die Dichte an potenziellen Nutzern geringer ist, und sich der Betrieb eines stationären CarSharing-Angebots nicht rechnet. In Kleinstädten stehen dafür immer häufiger private Angebote für Leihwagen zur Verfügung, die häufig teilweise sogar günstiger als die großen CarSharing Anbieter sind.

Verschiedene Preismodelle für individuelle Nutzer

Eine pauschale Aussage zu Kosten des Carsharings zu treffen, ist wegen der Vielzahl an Dienstleistern kaum möglich. Prinzipiell wird jedoch zwischen zwei unterschiedlichen anfallenden Kosten unterschieden: Den nutzungsunabhängigen und nutzungabhängigen Tarifen. Zunächst schließt der Kunde einen Vertrag mit dem Carsharing-Anbieter und zahlt eine Kaution, die bei Kündigung zurückgezahlt wird, eine Aufnahmegebühr und eventuell eine monatliche Pauschale. Nun kann jedes Mietauto des Anbieter genutzt werden, zusätzlich fallen Kosten pro Kilometer an - diese beinhalten bereits den Preis für Kraftstoff. Diese Kilometerpauschalen liegen üblicherweise zwischen 20 und 30 Cent. Für Vielfahrer gibt es meist spezielle Konditionen, die wesentlich günstiger als die Normaltarife sind.

Ob sich Carsharing-Angebot lohnt, muss jeder Nutzer aufgrund seiner individuellen Faktoren selbst entscheiden. Für Gelegenheitsfahrer ist der Autoverleih in der Regel jedoch deutlich günstiger als ein klassisches Mietauto oder etwa ein Taxi, da die Kosten für Versicherung und Wartung auf eine große Gruppe an Fahrern umgelegt werden.

Carsharing-Anbieter

Bei Carsharing-Anbieter ist in erster Linie zwischen stationsbasierten Anbietern und sogenannten "Free Floating" Diensten zu unterscheiden. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die Leihfahrzeuge bei einem stationsbasierten Anbieter lediglich auf dafür vorgesehenen, festen Parkplätzen abgestellt werden dürfen, während das Fahrzeug eines Free Floating Anbieters an einer beliebigen Stelle im öffentlichen Parkraum geparkt werden kann. Als weitere Gruppe etablieren sich in letzter Zeit auch immer mehr Anbieter von privatem Carsharing.

Auf der Seite Carsharing-Anbieter stellen wir Ihnen einige Dienstleister und Angebote genauer vor.