Starthilfe geben

Starthilfe: Autobatterie leer? So überbrücken Sie richtig!

Quelle: Karin & Uwe Annas
[19.08.2014] | al

Jeder Autofahrer kommt über kurz oder lang einmal in die Situation seine Autobatterie überbrücken zu müssen. Gerade im Winter leistet die Batterie eines Wagens Schwerstarbeit, da der Motor mehr Energie benötigt als bei warmen Außentmperaturen. Genau dann steigt das Risiko, dass der Wagen nicht mehr anspringt. Speziell nachts und in den kälteren Morgenstunden kann dies vermehrt vorkommen, da der Energiespeicher bei sinkenden Temperaturen an Kraft verliert. So stehen schon bei minus zehn Grad nur noch etwa 65 Prozent der eigentlichen Batterieleistung zur Verfügung. Sinkt die Außentemperatur noch weiter, sinkt auch die Leistung der Autobatterie stetig.

Um bei kalten Temperaturen die Batterie zu schonen, sollten Stromfresser wie Heckscheibenheizung, Radio, Gebläse oder auch die Beleuchtung beim Start möglichst ausgeschaltet bleiben. Doch auch bei entsprechender Schonung der Batterie kann es sein, dass der Wagen plötzlich nicht anspringt. Ist dann keine Werkstatt oder Pannenhilfe in Sicht, benötigt man ein Starthilfekabel und ein zweites Fahrzeug mit identischer Batteriespannung (z.B. 12V an 12V oder 14V an 14V - eine Mischung der Spannungen kann problematisch werden), um das Fahrzeug zu starten.

Vorsicht: Falscher Anschluss des Startkabels kann Schäden verursachen

Beim Anschluss des Starthilfekabels ist Vorsicht geboten: bei falschem Anschließen können massive Schäden an der Fahrzeugelektronik, an Kabeln und an der Autobatterie entstehen. Daher sind viele Fahrzeughalter verunsichert, in welcher Reihenfolge welches Kabel angeschlossen werden muss. Auch rechtlich kann eine falsche Überbrückung schnell zum Verhängnis werden. Denn grundsätzlich ist der Verursacher eines Schadens haftbar, selbst wenn dies im Rahmen einer gutgemeinten Gefälligkeit geschieht.

Rotes Kabel - schwarzes Kabel - was nun?

Um also Ärger und/oder technische Schäden zu vermeiden, sollte eine Starthilfe bzw. Überbrückung nach folgenden Schritten durchgeführt werden:

  • Vor dem Überbrückungsstart müssen beide Wagen nebeneinander oder gegenüberliegend geparkt werden. Dabei darf kein Kontakt der Karosserie bestehen. Bei beiden Wagen muss der Motor abgestellt, der Gang herausgenommen und die Handbremse angezogen sein. Alle elektrischen Verbraucher (Licht, Radio, Heizung etc.) des liegengebliebenen Empfängerwagens müssen abgeschaltet sein.
  • Je nachdem wo die Überbrückung stattfindet, sollten beim Spenderwagen die Warnblinker angeschaltet werden um andere Verkehrsteilnehmer zu Warnen.
  • Sind die Wagen entsprechend vorbereitet, wird das rote Kabel mit einem Ende an den Pluspol (auch zu erkennen am + Zeichen und einer roten Schutzabdeckung) der leeren Batterie, und mit dem anderen Ende an den Pluspol der vollen Batterie angeschlossen.
  • Im Anschluss wird die schwarze Klemmzange des schwarzen Starthilfekabels am Minuspol der stromgebenden Batterie des Spenderwagens angeschlossen.
  • Ist dies erledigt, wird das zweite Ende des schwarzen Starthilfekabels entweder am Minuspol oder an einem unlackierten Metallteil im Motorraum des Empfängerautos angeschlossen. Bei letzterer Variante ist darauf zu achten, dass das Starthilfekabel nicht an den Ventilator, den Keil- oder Zahnriemen kommt, da diese sonst beim Start beschädigt werden können.
  • Sind alle Kabel korrekt angebracht, kann das Spenderauto gestartet werden.
  • Im Anschluss wird der Pkw mit der leeren Batterie angelassen. Ein Startversuch sollte dabei nicht länger als 15 Sekunden dauern. Springt der Wagen nicht sofort an, warten Sie kurz und versuchen es dann erneut.
  • Ist der Start geglückt, sollten beide Motoren für drei bis fünf Minuten laufengelassen werden. Da es aufgrund der leeren Autobatterie zu Spannungsspitzen kommen kann, sollten bei diesem Vorgang einige großer Stromverbraucher wie Licht und Gebläse des Empfängerautos angeschaltet werden. Dies hilft eventuelle Schäden an der Bordelektronik zu vermeiden.

Nach der Überbrückung: Kabel richtig lösen

Sind beide Motoren einige Zeit gelaufen, werden zuerst die schwarzen Minuskabel des Überbrückungskables an beiden Autos entfernt. Die Reihenfolge ist dabei irrelevant. Sind die Minuskabel gelöst, empfiehlt es sich auch die Stromverbraucher des Empfängerwagens wieder auszuschalten, während der Motor weiter läuft. Abschließend werden dann die roten Pluskabel entfernt.

Um zu vermeiden, dass die Batterie am nächsten Tag erneut eine Starthilfe benötigt, sollte nach einer Überbrückung eine etwas längere Fahrt unternommen werden, optimaler Weise auf der Autobahn. Auf diese Art kann sich die Autobatterie wieder aufladen.

Wiederholt sich die Panne allerdings innerhalb einer kurzen Zeitspanne, kann dies auf eine dauerhafte Beschädigung der Autobatterie hinweisen. In diesem Fall sollten Sie das Fahrzeug in einer Werkstatt durchchecken lassen oder selbstständig eine neue Autobatterie kaufen und diese einbauen.