Zündkerzenwechsel
Quelle: NorGal

Zündkerzen wechseln

So wechseln Sie selbst die Zündkerzen an Ihrem Auto

[22.05.2015] Ratgeber | al

Wenn das Auto Zündaussetzer hat, beim Starten zu stottern beginnt oder gar nicht erst anspringt, liegt das häufig an den Zündkerzen. Meist ist dann ein Austausch notwendig. Bei guter Zugänglichkeit im Motorraum gehört der Wechsel von Zündkerzen jedoch zu den einfacheren Reparaturen, die man als Fahrzeughalter selbst vornehmen kann. Wer sich also den Gang in die nächste Werkstatt sparen will und keine Hemmungen hat, sich mit seinem Motor etwas auseinanderzusetzen, nimmt den Austausch der Zündkerzen selbst vor. Benötigt wird nur das richtige Werkzeug und der korrekte Zündkerzen-Typ.

Zündkerzen sind essentiell für die Funktion eines Ottomotors

Zündkerzen sind kleine Hochleistungswunder. Mehrere tausend Mal in der Minute entflammen sie im Ottomotor das Luft-Benzin-Gemisch und sorgen so für die eigentliche Funktion der Maschine. Mussten Zündkerzen früher in der Regel bei jeder größeren Inspektion ausgewechselt werden, also alle 15.000 bis 30.000 Kilometer, halten moderne Modelle wie etwa Platin- oder Iridiumzündkerzen heutzutage wesentlich länger und schaffen bis zu 60.000 Kilometer, ehe sie abgebrannt sind.

Sind Zündkerzen verbraucht, kann der Zündfunke nicht mehr richtig überspringen und der Motor somit auch nicht richtig laufen. Die Anzeichen für verbrauchte Zündkerzen sind stets die Gleichen: Ruckeln beim Anfahren, Startprobleme oder Zündaussetzer sowie eine verringerte Motorleistung und ein erhöhter Spritverbrauch.

Eine Sichtkontrolle im Motorraum bringt Gewissheit

Um zu überprüfen ob eine oder mehrere Zündkerzen ausgetauscht werden müssen, hilft eine Sichtkontrolle im Motorraum. Wichtig: Da die meisten Motoren heutzutage mit Aluminiumzylinderköpfen ausgerüstet sind, dehnt sich das Aluminium bei der laufbedingten Erwärmung mehr aus als die Zündkerze selbst. Dies hat zur Folge, dass sich die Zündkerzen festsetzen können. Daher sollte eine Sichtkontrolle wie auch der Zündkerzenwechsel als solcher, grundsätzlich nur bei vollkommen abgekühltem Motor erfolgen. Abgebrannte Zündkerzen sind leicht durch ihre verschlissenen Elektroden auszumachen, die in der Regel verkohlt oder abgebrannt aussehen.

Das richtige Werkzeug für den Zündkerzenwechsel

Für einen Zündkerzenwechsel ist das richtige Werkzeug unerlässlich. Nur so kann zum Beispiel verhindert werden, dass beim Einschrauben der neuen Kerzen das Gewinde am Motorblock beschädigt wird. Daher sollte man über einen Zündkerzenschlüssel verfügen um den Austausch korrekt vornehmen zu können. Alternativ kann auch auf Steckschlüssel oder Knarren mit Verlängerung und entsprechendem Aufsatz zurückgegriffen werden. Ergänzend hilft ein Drehmomentschlüssel. Scheitert es allerdings schon an den Namen der Werkzeuge, sollte man doch lieber einen Kfz-Mechaniker an den Motor lassen.

Der Kauf der richtigen Zündkerzen ist die halbe Miete

Pro Zylinder des Motors wird eine Zündkerze benötigt. Da das Angebot des Fachhandels eine schier unendliche Vielfalt an Zündkerzentypen bietet, sollte vor dem Kauf ein Blick in die Fahrzeugpapiere geworfen werden. Über die Motorisierung sowie Fahrgestell- und Typenummer lässt sich die richtige Zündkerze finden. Zudem liegen in den meisten Fachgeschäften kleine Hefte aus, in denen das passende Produkt nachgeschlagen werden kann. Um nicht am falschen Ende zu sparen, sollte man bei der Produktwahl vor allem auf die Qualität und nicht nur auf den Preis achten. Zum Wohle des Motors empfiehlt es sich, Platin- oder Iridiumzündkerzen eines Markenanbieters zu kaufen.

So finden Sie die Zündkerzen im Motorraum

Die meisten Zündkerzen sind im Motorraum leicht zugänglich, um einen Austausch zu vereinfachen. Bei neueren Motoren kann es allerdings sein, dass vorher eine Blende entfernt werden muss um an den eigentlichen Motor zu gelangen. Die Zündkerzen sind in der Regel leicht über den Verlauf der Zündkabel zu finden. Diese führen stets vom Zündverteiler zum Motorblock beziehungsweise Zylinderkopf und enden dort in den Zündkerzensteckern. Bei einem Vierzylindermotor findet man logischerweise vier Kabel, bei einem Dreizylindermotor drei und so weiter. Die Farbe der Kabel ist meist schwarz, wobei es natürlich auch farbige Varianten gibt.

Zündkerzenstecker abziehen um an die Zündkerze zu gelangen

Zündkerzen
Den Zündkerzenwechsel können Sie problemlos selber durchführen, Foto: NorGal

Hat man die Zündkerzenstecker gefunden, müssen diese abgezogen werden. Dies kann manchmal etwas mehr Krafteinsatz erfordern als vielleicht erwartet, also nicht abschrecken lassen. Hier kann man nichts falsch machen. Ist der Stecker abgezogen ist das obere Ende der alten Zündkerze zu sehen. Ist die Kerze abgebrannt, ist dies meist deutlich an den verkohlten Rändern und entsprechenden Ruß-Spuren zu erkennen. Um sicher zu gehen, sollten bei einem Zündkerzenwechsel jedoch direkt alle alten Kerzen gegen neue ausgetauscht werden.

Zündkerzen stets im Uhrzeigersinn herausdrehen

Zum Herausdrehen der alten Kerze verwendet man optimalerweise den bereits erwähnten Zündkerzenschlüssel. Das Werkzeug wird am oberen Ende der Kerze angesetzt. Dann lässt sich die Zündkerze ohne größeren Kraftaufwand im Uhrzeigersinn herausdrehen.

Vor dem eindrehen neuer Zündkerzen die Modelldaten vergleichen

Bevor man die neuen Zündkerzen einsetzt, sollten sicherheitshalber nochmal die Modelldaten verglichen werden, da der Einbau des falschen Produkts dazu führen kann, dass der Motor Schaden nimmt oder erheblich an Zug verliert. Die Modelldaten sind entweder aufgedruckt oder eingraviert.

Neue Zündkerzen immer gegen den Uhrzeigersinn einschrauben

Die neuen Zündkerzen werden stets gegen den Uhrzeigersinn, also linksherum, eingeschraubt. Dabei ist es wichtig auf das richtige Anzugsdrehmoment zu achten. Eine gängige Faustregel besagt, dass eine neue Zündkerze mit einem Dichtring auf dem Gewinde mit ca. 90° Grad (entspricht einer Viertelumdrehung) festgezogen wird. Bei Kerzen mit einem sogenannten Kegeldichtsitz, also ohne Dichtring, sind hingegen 15° Grad ausreichend. Dies entspricht in etwa 2 Minuten auf einem Uhrenziffernblatt.

Falsches Festziehen kann dem Motor schaden

Wird eine Zündkerze nicht fest genug eingeschraubt, kann es zu einem Wärmestau oder schlechter Abdichtung kommen, was dem Motor erheblichen Schaden zufügt. Zieht man die Kerze hingegen zu fest an, kann das Kerzengewinde oder der Zylinderkopf beschädigt werden. Beim Einschrauben ist also kein großer Kraftaufwand von Nöten.

Drehmomentschlüssel kann das Einschrauben erleichtern

Wer sich unsicher ist, wann das richtige Anzugsdrehmoment erreicht ist, kann auch auf einen Drehmomentschlüssel zurückgreifen. Allerdings ist auch hier darauf zu achten, dass die Anzugswerte je nach Motor und Zündkerzenfabrikat leicht variieren können. Um den genauen Wert zu ermitteln, sollten Sie Rücksprache mit dem Fachhandel, dem Kerzenhersteller oder dem Kundendienst des örtlichen Kfz-Meisterbetriebs halten. Auch einige Auto-Foren im Internet können helfen.

Nach erfolgreicher Montage alles wieder auf Anfang und Motor starten

Sind die Zündkerzen ausgetauscht, werden die Kerzenstecker wieder in die Ursprungsposition zurückgesteckt. Dabei sollte auch der Verlauf der Zündkabel überprüft werden. Diese sollten sauber verlegt und nicht umständlich verdreht sein. Ist die Montage erfolgreich beendet, sollte der Motor im Leerlauf gestartet werden. Springt der Wagen ohne Probleme an und läuft der Motor ruhig und rund, wurde alles richtig gemacht.

Gute Fahrt!